Eine alte einheimische fasnächtliche Gepflogenheit ist das Kaffeekränzle der verheirateten Frauen. Sie, die sonst kaum an den Unterhaltungen der Fasnachtszeit teilnehmen konnten, organisierten in privatem Kreis unter Nachbarinnen und Freundinnen ein Fasnachtsvergnügen bei Kaffee und Kuchen. Aus diesen nachbarlichen Kaffeekränzle ist dann das Fasnachtskränzle in den Gasthäusern entstanden. Die Frauen gehen bereits am Nachmittag in die Wirtschaft, wo sie unter sich sind, bis dann am Abend zum Nachtessen die Ehemänner dazustossen, die auch wegen des Zahlens gerne in die Runde aufgenommen werden. Bis spät in die Nacht wird dann getanzt und gefeiert. Der grosse Fasnachtsrummel unserer Zeit hat diesen Kränzle den Rang abgelaufen, so dass sie seltener geworden sind. In etwas anderer Form will man aber die Kaffeekränzle wieder aufleben lassen. Man erweitert den kleinen, privaten Kreis zur Unterhaltung für die ganze Gemeinde, da die verheirateten Frauen nun gleichberechtigt sind und auch an öffentlichen Unterhaltungen teilnehmen wollen.